Burnout

Ein Burnout-Syndrom (englisch: burn out – „ausbrennen“) ist ein Zustand tiefer emotionaler Erschöpfung mit reduzierter körperlicher Leistungsfähigkeit.

Es kann als Endzustand einer Belastungsspirale bezeichnet werden, die oft mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt.

Ein gewisses Maß an Stress ist zunächst gut auszuhalten; manchmal ist es gerade dieser Stress, der uns beflügelt und antreibt. Dazu muss er aber gekoppelt sein mit positiven Gefühlen und Erfolgserlebnissen.

Die Zeichen von Erschöpfung verschwinden in der Regel nach einer Ruhepause oder einem Urlaub.

Die Belastungen jedoch besonders im beruflichen, aber auch zunehmend im familiären Bereich mit immer höheren Anforderungen, schnelleren Wechseln und zunehmender fehlender Sicherheit steigen.

Gerade weil diese äußeren Belastungen scheinbar nicht zu ändern sind, werden Frühsymptome und Warnungen des Körpers nicht gehört oder ernst genommen; der Körper meldet sich mit Magen- oder Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, erhöhter Infektanfälligkeit, Hörsturz oder Tinnitus.

Die Kollegen und Freunde, denen wir uns zaghaft mitteilen, reagieren oft gleichgültig oder teilen uns mit, dass auch sie unter Belastungen leben und es durch ‚anstellen‘ nicht besser würde.

Nicht „belastbar“ zu sein, gilt heutzutage als gesellschaftliche Abwertung, manchmal als Ausschlusskriterium.

Das Burnout-Syndrom ist international immer noch nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt als ein Problem der Lebensbewältigung. Es handelt sich um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung. Diese wird meist durch Stress ausgelöst, der aufgrund der verminderten Belastbarkeit nicht mehr bewältigt werden kann.

Burnout aus Sicht der TCM

In der chinesischen Medizin werden zwei große Gruppen unterschieden: Menschen mit einer sogenannten Fülle- oder Überschuss-Symptomatik und solche in einer Mangelsituation; beide Gruppen teilen sich wieder in separate Untergruppen auf.

Bei der Variante von Fülle werden vier verschiedene Verläufe unterschieden:

1. Es können Unruhe, Reizbarkeit und Depression mit Völle- und Druckgefühl im Oberbauch vorliegen.

2. Es besteht eine schwere Depression mit solcher Reizbarkeit, dass sie zu schweren emotionalen Wutausbrüchen führt, dazu starker innerer Unruhe, Schlafstörungen mit Albträumen, dazu Vergesslichkeit und Schwindel.

3. Die Menschen leiden unter schwerer Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Müdigkeit mit großem Schlafbedürfnis, ohne sich jemals ausgeschlafen zu fühlen. Sie haben ein Engefühl im Brustkorb, ein Kloßgefühl im Hals und manchmal auch Kopfschmerzen.

4. Diese Betroffenen haben ein starkes Völlegefühl im Kopf- oder Brustkorb, leiden unter Ein- und Druchschlafstörungen, zum Teil mit Herzrasen und -stolpern, fühlen sich antirebslos mit gleichzeitig starker innerer Unruhe.

Bei den Menschen mit einer Mangelsymptomatik bestehen im Großen drei Hauptgruppen:

1. Diese Menschen leiden auch unter Unruhe, jedoch mehr mit Vergesslichkeit, Ängstlichkeit, Entschlussunfähigkeit und Gedankenkreisen; auch sie können Gefühle von Herzrasen spüren, jedeoch sind sie dabei blass und müde.

2. Sie leiden auch unter Antriebslosigkeit, jedoch mit nur noch leiser Sprache; sie haben oft einen Libidoverlust oder erleben eine Impotenz mit kalten Extremitäten und einem Kälte- oder Schweregefühl im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule.

3. Diese Menschen leiden auch unter starker Reizbarkeit und starker innere Unruhe, spüren Schwindel und Schlaflosigkeit mit Albträumen, haben sich jedoch sozial zurück gezogen. Sie fühlen Hitze und einen trockenen Mund und Rachen und haben manchmal ein Zittern der Hände.

Folgt man dem offiziellen Diagnoseschlüssel lassen sich die Symptome in drei Kategorien einteilen:

Depersonalisierung:

Mit dieser Reaktion auf die Überlastung stellen die Betroffenen eine Distanz zwischen sich selbst und ihren Mitmenschen (Kollegen, Schülern, Kunden, usw.) her.Das äußert sich in einer zunehmenden Gleichgültigkeit und teilweise zynischen Einstellung gegenüber diesen Personen.

Mit anderen Worten:

Sie lassen die Probleme und Nöte der anderen nicht mehr an sich herankommen und konzentrieren sich auf den sachlichen Aspekt der Beziehung. Die Arbeit wird zur reinen unpersönlichen Routine.

Emotionale Erschöpfung:

Diese Erschöpfung resultiert aus einer übermäßigen emotionalen oder physischen Anstrengung und Anspannung. Es ist die Stress-Dimension des Burnout-Syndroms. Die Betroffenen fühlen sich schwach, kraftlos, müde und matt. Sie leiden unter Antriebsschwäche und sind leicht reizbar.

Erleben von Misserfolg:

Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, dass sie trotz gefühlter Überlastung nicht viel erreichen oder bewirken; es mangelt an den Erlebnissen des Erfolges. Weil die Anforderungen quantitativ und qualitativ jedoch steigen und sich ständig verändern, erscheint die eigene Leistung im Vergleich zu den wachsenden Anforderungen immer geringer.

Diese Diskrepanz zwischen Anforderungen und Leistungen nehmen die Betroffenen als persönliche Ineffektivität bzw. Ineffizienz wahr. Dies ist auch eine Folge der Depersonalisierung, weil sie sich von ihren Mitmenschen entfernt haben und auf deren Erwartungen nicht mehr wirksam eingehen können. Darunter leidet der Glaube an die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit.

Die große Stärke der TCM besteht darin, die Symptome schon bereits dann zu behandeln, wenn ‚das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen ist‘, das heißt bereits früh im Vorfeld anzusetzen.

Meiner Erfahrung nach kommen die Menschen leider erst dann, wenn bereits ein Zusammenbruch statt gefunden hat und eine Krankschreibung – meist über einen Zeitraum von sechs Wochen bis zu einem Jahr – erfolgen musste.

Die Behandlung ist unterschiedlich, je nachdem, ob eine Fülle- oder Leere-Symptomatik vorliegt; das erklärt, warum bei gleicher ‚offizieller‘ Diagnose die Behandlungsprinzipien, die Akupunkturpunkte und die Kräuterzusammensetzungen immer völlig individuell abgestimmt werden (müssen).

Das Sich-Zeit-Nehmen für sich selbst, eine Reflexion über das eigene Leben und das erneute Finden sowohl eines Sinnes und als auch der eigenen Stärken sind wichtige Säulen, um zur Ruhe zu kommen.

Hilfreich sind dabei das Einüben eines Entspannungsverfahrens wie Qigong, Tai Chi, Autogenem Training oder Progressiver Muskelrelaxation nach Jacobsen sowie dem Beginn einer Ausdauersportart, die frei ist von Ehrgeiz und Leistungsoptimierung (Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Walken – je nach Sympathie und Leistungsfähigkeit).

Existenziell zum Aufbau von neuer Energie ist eine regelmäßige und bewusste Ernährung – unter Berücksichtigung auch der thermischen Aspekte. Sinnvoll ist die kombinierte Therapie aus Akupunktur, chinesischen Kräutern und einer Serie mit intravasaler Laserblutbehandlung, um sowohl die Symptome zu behandeln als auch das Grundgerüst zu stärken, um eine möglichst schnelle Wiedereingliederung in das ’normale‘ Leben zu ermöglichen.

Gerne berate ich Sie in einem persönlichen Gespräch ausführlich!